2006 wurde "Schulen ans Netz" zehn Jahre alt: Internet im Klassenzimmer ist Standard. Verein wird für die Zukunft neu aufgestellt.

Artikel:
Bund, Länder und die Deutsche Telekom wollen sich in
nächster Zukunft für eine umfassende Vision von
„Bildung und Qualifizierung im Netz“ einsetzen und mit
dem Verein „Schulen ans Netz“ neue Perspektiven
entwickeln.



"Schulen ans Netz" wurde 2006 zehn Jahre alt. Die gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Telekom hat in den vergangenen Jahren das Lernen mit digitalen Medien in der Schule entscheidend vorangebracht. Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan und der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom AG, Kai-Uwe Ricke, würdigten beim Festakt in Berlin die erfolgreiche Pionierarbeit bei der Nutzung digitaler Medien.

 

 

"Die Arbeit von Schulen ans Netz hat erheblich dazu beigetragen, digitale Medien zu einem festen Bestandteil des Schulunterrichts in Deutschland zu machen", sagte Ministerin Schavan. Dieser Erfolg sei nur durch das vorbildliche gemeinsame Handeln von Politik und Wirtschaft möglich geworden. Auf dem Weg Deutschlands in die Informations- und Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts habe der Verein wichtige Meilensteine für innovatives E-Learning gesetzt und damit maßgeblich zur Modernisierung der deutschen Schullandschaft im vergangenen Jahrzehnt beigetragen.

 

Schulen ans Netz hat Impulse für zukunftsfähige Lernkultur gesetzt

 

"Schulen ans Netz" habe wesentliche Impulse zur Entwicklung einer zukunftsfähigen Lehr- und Lernkultur in Deutschland gegeben, betonte auch der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom AG, Kai-Uwe Ricke, in seinem Grußwort auf dem Festakt. "Gerade in einem von Hochtechnologie und Multimedia geprägten Zeitalter muss vor allem Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit eröffnet werden, sich bereits während der schulischen Ausbildung entscheidende Fähigkeiten und Schlüsselqualifikationen im Umgang mit digitalen Medien anzueignen". Dazu brauche es vor allem professionelle Rahmenbedingungen und eine leistungsfähige Infrastruktur. Diese seien mit der Initiative Schulen ans Netz erfolgreich geschaffen worden.

 

Bundesländer als neue Partner in der erfolgreichen Initiative von Bundesbildungsministerium und Telekom

 

"Vor dem Hintergrund sich wandelnder gesellschaftlicher Anforderungen und der zunehmenden Medienprägung müssen wir die Initiative ‚Schulen ans Netz' für die Zukunft jedoch neu ausrichten", fügte Schavan hinzu. "Wir sind bereit, gemeinsam mit der Deutschen Telekom und den Ländern eine neue Partnerschaft einzugehen. Dabei verfolgen wir das Ziel, die digitalen Medien für Menschen jeden Alters nutzbar zu machen." Aus "Schulen ans Netz" müsse für die Zukunft die Initiative "Bildung ans Netz" werden. Neue Medien würden außer in der Schule auch in der Weiterbildung immer wichtiger. "Lebenslanges Lernen ist längst Voraussetzung für ein erfolgreiches Berufsleben", sagte die Ministerin. "Dazu gehört selbstverständlich auch der gezielte Einsatz digitaler Medien bei der Wissensvermittlung."

 

KMK: Die neuen Medien bieten noch viel Potential für die individuelle Förderung

 

Ute Erdsiek-Rave, Vorsitzende der Kultusministerkonferenz und Minister für Bildung und Frauen in Schleswig-Holstein, betonte die Bedeutung der Initiative "Schulen ans Netz" für die Medienerziehung der jungen Generation. "'Schulen ans Netz' hat in den vergangenen Jahren wesentlich dazu beigetragen, dass die Schülerinnen und Schüler in den Schulen die Möglichkeit erhielten, den kritischen und eigenverantwortlichen Umgang mit den Neuen Medien zu erlernen." Dies gelte ganz besonders für die Kinder, die in ihrem Elternhaus nicht so gut ausgestattet seien, die nicht so selbstverständlich über das notwenige Equipment und über die notwenige Anleitung verfügten. Erdsiek-Rave bezeichnete "Schulen ans Netz" als wegweisende Kooperation, die bewiesen habe, wie wirkungsvoll Schulen und Wirtschaft zusammenarbeiten könnten. Sie sprach sich dafür aus, die Möglichkeiten, in der Anleitung zur eigenständigen, zielführenden und konzentrierten Recherche, in der selbstständigen Informationsverarbeitung und in der Nutzung der vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten weiter auszubauen. "Gerade das Potenzial der neuen Medien im Bereich der individuellen Förderung und der Lehrerausbildung ist noch nicht ausgeschöpft."

 

Die technischen Voraussetzungen mussten erst geschaffen werden

 

Die Deutsche Telekom AG hat in den vergangenen Jahren eine dreistellige Millionensumme in den Ausbau von Internetanschlüssen in deutschen Schulen investiert. Ein Engagement, das die Haushalte von Ländern und Kommunen nachhaltig entlastet hat. Zudem mit Beginn dieses Schuljahres durch die Aktion T@School über 20.000 Schulen in Deutschland mit breitbandigen Internet-Anschlüssen ausgerüstet wurden. Die Deutsche Telekom übernimmt auch weiterhin die Kosten für Anschlüsse und laufende Nutzung. Nach den Worten von Kai-Uwe Ricke sei Schulen ans Netz ist eine echte Erfolgsstory ,,auf die wir zu Recht stolz sind. Die Initiative ist eine Investition in die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Bildungssystems, mit der wir einen wichtigen Beitrag zum sozialen Fortschritt und für die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft geleistet haben".

 

Die Perspektive: Bildung und Qualifizierung im Netz

 

,,Die Vision einer umfassenden "Bildung und Qualifizierung im Netz", die bewährte Bildungsangebote erweitert, muss zum Credo und zur zentralen Leitlinie unserer Arbeit werden und die nächsten Jahre inhaltlich prägen", betonte auch der Vorsitzende des Vereins, Dr. Maik Lehmann. Der Verein Schulen ans Netz war im Jahr 1996 auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Deutschen Telekom AG mit dem Ziel gegründet worden, alle allgemein bildenden Schulen in Deutschland mit einem Internetanschluss auszustatten und die Medienkompetenz von Schülern und Lehrern zu fördern. Damals waren nur etwa 800 der insgesamt rund 34.000 deutschen Schulen mit einem Internetanschluss ausgestattet. Dank der Initiative von BMBF und Deutscher Telekom verfügten bereits Ende 2001 alle Schulen über einen Internetzugang. Heute haben bereits mehr als 20.000 Schulen in Deutschland moderne Breitbandanschlüsse auf Basis von T-DSL.


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