Medienkompetenz als integraler Bestandteil von Bildung
Ein Papier, das sicherlich in der Fachwelt aufhorchen lässt: Mit „Kompetenzen in einer digital geprägten Kultur“ hat eine Expertenkommission die Bedeutung von Medienkompetenz für die Persönlichkeitsentwicklung, die gesellschaftliche Teilhabe und die Entwicklung von Ausbildungs- und Erwerbsfähigkeit herausgearbeitet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hatte die Kommission ins Leben gerufen.
Vor dem Hintergrund der wachsenden Relevanz digitaler Medien, aber auch angesichts einer in verschiedene Disziplinen und Zuständigkeiten aufgeteilten Bildungslandschaft soll das Papier eine „umfassende Sicht auf Medienbildung“ darlegen. Die Experten machen zudem Vorschläge für bildungspolitische Konsequenzen. Zu der Expertenkommission gehören renommierte Medienwissenschaftler wie Heidi Schelhowe, Bardo Herzig oder Horst Niesyto.
Was braucht der Mensch – was die Gesellschaft?
Die Expertenkommission bezieht sich in ihrem Bericht explizit auf zwei Aspekte von Medienkompetenz, die eng miteinander verwoben sind: Der eine Aspekt setzt an bei der Frage, welche Kompetenzen junge Menschen im Umgang mit digitalen Medien benötigen, um ihre Potenziale und Bedürfnisse in der Gesellschaft und in der Arbeitswelt zu verwirklichen.
Der andere Aspekt nimmt umgekehrt die Anforderungen der Gesellschaft an junge Menschen in den Blick. Er beschäftigt sich mit der Frage, welche Qualifikationen vorhanden sein und vermittelt werden müssen, damit sowohl eine allgemeine Berufs- als auch eine Innovationsfähigkeit für gesellschaftliche und unternehmerische Prozesse sichergestellt ist. Einen Informatikunterricht, wie er in einigen Bundesländern angeboten wird, hält die Kommission für nicht ausreichend. Das Medienhandeln sei umfassender zu betrachten.
Vier Themenfelder von Medienbildung
Der Bericht benennt vier Handlungsfelder, in denen Medienkompetenz zum Tragen kommt: „Information und Wissen“, „Kommunikation und Kooperation“, „Identitätssuche und Orientierung“ sowie „Digitale Wirklichkeiten und produktives Handeln“. Die Kommission möchte mit dem Bericht einen Appell an Bund, Länder und Sozialpartner richten: Sie sollen die nötigen Bedingungen dafür schaffen, dass Medienbildung als „Bestandteil von Allgemeinbildung“ und auch als Voraussetzung für die persönliche Entfaltung von Berufs- und Ausbildungsfähigkeit vermittelt werden kann.
Den Bericht der Expertenkommission finden Sie unter:
http://www.bmbf.de/pub/kompetenzen_in_digital_kultur.pdf


