Digitale Medien verdrängen "Holzmedien" nicht
Obwohl zwei Drittel von ihnen täglich online sind, lesen wieder mehr Jugendliche Bücher. Das ist eines der Ergebnisse der JIM-Studie 2011.

Die JIM-Studie führt der Medienpädagogische Forschungsverband Südwest seit 1998 jährlich durch. Die Basisstudie zum Umgang von Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren mit Medien und Information ist eine wichtige Grundlage zur Erarbeitung von Strategien und Konzepten in der Medienbildung.
Phil Campbell, http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/
90 Prozent regelmäßig im Internet
Das Internet gehört ganz selbstverständlich zum Alltag der meisten Jugendlichen: 90 Prozent der 1.200 Befragten zwischen 12 und 19 Jahren gehen mindestens mehrmals pro Woche ins Internet, 65 Prozent sogar täglich. Unter der häufigen Internetnutzung leiden offenbar die übrigen Freizeitaktivitäten nicht. Im Vergleich zur JIM-Studie 2005, als erst 60 Prozent der Jugendlichen das Internet regelmäßig nutzten, haben sich die non-medialen Freizeitbeschäftigungen kaum verändert. So geben immer noch 84 Prozent der Jugendlichen an, sich regelmäßig mit Freunden zu treffen, 2005 waren es 88 Prozent. Der Anteil derer, die in der Freizeit öfter Sport treiben, ist von 68 auf 72 Prozent sogar leicht gestiegen.
Auch die Verbreitung der "alten Medien" ist trotz der Omnipräsenz des Internets nicht rückläufig. Im Gegenteil: Lag der Anteil der regelmäßigen Bücherleser bei der JIM-Studie 1998 noch bei 38 Prozent, so ist der Wert 2011 auf 44 Prozent angestiegen. Unverändert blieb über die Jahre die deutliche Schieflage zwischen Jungen und Mädchen. Nach wie vor lesen deutlich mehr Mädchen als Jungen in ihrer Freizeit Bücher. Mit nur zwei Prozent bleibt der Anteil derjenigen, die Bücher als E-Books in elektronischer Form beziehen, verschwindend gering.
Smartphones immer beliebter
Zwar nutzen die Jugendlichen stationäre Computer und Laptops nach wie vor am häufigsten, um ins Internet zu gehen. Immer beliebter werden aber auch Smartphones. 29 Prozent geben an, in den letzten 14 Tagen ein solches Multimedia-Handy für den Weg ins Internet genutzt zu haben. 25 Prozent besitzen ein eigenes Smartphone, das sind 11 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2010.
Internet dient vor allem der Kommunikation
Das Internet ist für Jugendliche in erster Linie eine Kommunikationsplattform: 44 Prozent ihrer Online-Zeit verbringen sie mit der Nutzung von Communitys, Messengern, Chat und E-Mail. Ein Viertel der Zeit kommt der Unterhaltung zu, also der Nutzung von Musik, Videos oder Bildern. Dahinter folgen etwa gleichauf Onlinespiele (16 Prozent) und Informationssuche (15 Prozent). Mädchen verbringen einen deutlich größeren Teil ihrer Online-Zeit mit Kommunikation als Jungen, sie verbringen dagegen im Vergleich zu den Jungen nur wenig Zeit mit Spielen.
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Für die JIM-Studie 2011 wurden ca. 1.200 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren im Frühsommer 2011 telefonisch zu Mediennutzung und Freizeitverhalten befragt. Die Studie "Jugend, Information, (Multi) Media" (JIM) wird jährlich vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest herausgegeben. Der Verbund ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK).
[ Meldung vom 28.11.2011 ]





