"Kein Spielen ohne Lernen"
Zum Auftakt der Computerspielemesse gamescom haben wir mit Arne Busse von spielbar.de über "Eltern-LANs" und das Lernen mit Computerspielen gesprochen.

Im Rahmen der Computerspielemesse gamescom (17.–21.08.2011 in Köln) stellt sich spielbar.de am Stand der Bundeszentrale für politische Bildung (Halle 8, Stand B-045) den Fragen von Interessierten zu den Themen Computerspiele und Medienpädagogik. Am 19.08. findet eine "Eltern-LAN" speziell für Pädagoginnen und Pädagogen statt.
gamescom/spielbar.de
Befürchtungen, dass Jugendliche zu viel Zeit mit Computerspielen verbringen und ihre sozialen Kontakte darunter leiden oder durch das Spielen ihre Hemmschwelle gegenüber Gewalt absinkt, werden Computerspielen seit ihrer Erfindung entgegengebracht. Sind solche Befürchtungen berechtigt?
Die Medienwirkungsdebatte ist sehr alt. Auch schon bei anderen Medien gab es sie unter anderen Vorzeichen, etwa als Schmutz- und Schund-Debatte. Uns geht es nicht darum, eine letztgültige Meinung zu verbreiten. Wir wollen das pädagogische Selbstvertrauen von Erziehungsverantwortlichen in Bezug auf Medien stärken. Wir versuchen ihnen beizubringen, dass der Umgang mit Medien genauso pädagogisch behandelt werden sollte wie die Frage: "Darf ich heute Abend in die Disco gehen?"
Auch wenn Pädagoginnen, Pädagogen und Eltern vielleicht nicht über die notwendige Medienkompetenz verfügen, können sie dennoch einschätzen, wie die individuelle Situation ihres Kindes oder eines Jugendlichen ist und wie viel und welche Mediennutzung sinnvoll ist. Wir versuchen Eltern und Lehrkräfte als Expertinnen und Experten für ihre Kinder und ihre Schülerinnen und Schüler ernst zu nehmen und ihnen deutlich zu machen, dass sie sich diese pädagogische Kompetenz nicht wegnehmen lassen sollen.
Und das machen Sie bei sogenannten Eltern-LANs?*
Ja. Die Eltern-LAN gibt in einem geschützten medienpädagogischen Rahmen Eltern und auch Pädagoginnen und Pädagogen die Möglichkeit, einen Eindruck zu bekommen, was Computerspiele für Medien sind und welche Faszinationskraft sie ausüben. Für manche verlieren die Computerspiele dadurch ihren Schrecken. Für andere wird hingegen die eigene ablehnende Haltung begründeter formulierbar. Uns ist egal, wie anschließend die Meinungsbildung ausfällt. Das Wichtigste ist für uns, dass überhaupt eine Meinungsbildung stattfindet.
Wie läuft so eine Veranstaltung ab?
Kern der Veranstaltung ist die Möglichkeit, selbst Spiele auszuprobieren, auch "Counter-Strike", also einen Titel, der immer wieder in der Öffentlichkeit diskutiert wird, wenn es um das Thema gewalthaltige Medieninhalte geht. Wir spielen aber auch ein ganz einfaches Autorennspiel, bei dem die Eltern merken, wie viel Spaß das digitale Spielen machen kann.
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Arne Busse ist Referent in der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) im Fachbereich "Politikferne Zielgruppen". Er betreut unter anderem spielbar.de, die interaktive Plattform der bpb zum Thema Computerspiele, und das Arbeitsfeld computerspiel-basierte Lernangebote.
Ein lokales Computernetzwerk. Im Netzwerk können mehrere Personen im Mehrspieler-Modus mit- und gegeneinander spielen. Gamer veranstalten eigens zu diesem Zweck so genannte LAN-Partys. (aus dem Lexikon "Gamer – Deutsch/Deutsch – Gamer" auf spielbar.de)
[ Meldung vom 17.08.2011 ]





