Like-Button, iPad und Co
In den vergangenen Wochen waren einige Themen rund ums Internet besonders präsent in den Medien: der Like-Button von Facebook, die Datensicherheit und die Informationszensur und Selektion über private Anbieter: Hier nun eine Zusammenfassung und Überlegungen zur Bedeutung für die Medienbildung und Link-Tipps zu interessanten Artikeln zum Thema.
Die Zukunft der sozialen Netzwerke ist schillernd – alle nutzen sie, keiner weiß so recht, wohin ihr steigender Einfluss führt.
© Günter Havlena/pixelio.de
Das Internet mit seinen Eigenheiten und Auswirkungen auf die Gesellschaft und den/die Einzelne/n ist momentan in den Medien omnipräsent. Die Menschen scheinen zu merken, wie stark das Internet mit all seinen noch ungeklärten Risiken und Potentialen das Leben (mit-)bestimmt – das begeistert zum einen, macht Angst zum anderen. Ob soziale Netzwerke, deren Chancen und Gefahren, die Datensammelwut von Google Street View oder das "iPad" und die damit einhergehende "Bereinigung" von Inhalten durch Apple: Die Themen Datensicherheit, Zensur, aber auch die Informationsüberflutung und andere Formen der Informationsselektion, beispielsweise durch Journalisten, spielten eine Rolle in den täglichen Diskussionen.
Like-Button stärkt Macht von Facebook und beschwört Proteste
Zuletzt sorgte der "Like-Button" von Facebook, der nun auch auf externen Seiten installiert wird, für einen Aufschrei bei Datenschützern: Über den Like-Button können Nutzerinnen und Nutzer bei Facebook ihre Sympathien für eine Seite bekunden. Anbieter von Websites bieten jetzt den Button direkt auf den Seiten an und bekommen im Gegenzug von Facebook Daten über ihre Nutzerinnen und Nutzer bereitgestellt. Andere so genannte "Social Plugins" funktionieren ähnlich. Die Plugins helfen Facebook und seinen Partnern, Usern personalisierte Werbung zu präsentieren und dabei die Interessen ihrer Freunde einzubeziehen. Das führt dazu, dass man den Like-Button nicht einmal selbst bedienen muss, damit Facebook interessante nutzerbezogene Daten weiter geben kann.
Auf Dauer wird sich das kaum ein Anbieter entgehen lassen können, der konkurrenzfähig bleiben will. Denn solche Informationen bedeuten Macht. Entsprechend steigt die Macht von Plattformen wie Facebook. Google ist schon länger für ähnliche Auswertungsaktivitäten bekannt. Dass das Internet sich aber auch sehr gut für Protestaktionen eignet und die Nutzerin/der Nutzer gerade in der sozialen Gemeinschaft keineswegs machtlos ist, zeigt der Fall jetzt.de: Dort wehrte sich die Nutzerschaft so massiv gegen den Like-Button, dass jetzt.de ihn nach einer Woche wieder entfernen musste.
Rasantes Anwachsen von Facebook und Co
Während manche Medien alternative Angebote zu iPad und Facebook bewerben, wie das "WePad" oder "Safebook", verkaufte sich das iPad gleich am ersten Tag in Amerika 300.000 Mal und Facebook hat in Deutschland rund 10 Millionen Nutzerinnen und Nutzer; allein im April kamen 600.000 neue hinzu. Von Juli 2009 bis heute haben sich die Zahlen verdreifacht. Twitter verzeichnet immerhin 2,9 Millionen User (angeblich meist Meinungsmacherinnen und -macher). Faszination und Nutzen für den einzelnen scheinen also trotz aller Unsicherheiten groß zu sein.
Dabei ist das Informationsangebot insgesamt einerseits riesig, andererseits wird es immer mehr beschränkt durch Vorselektion nach Interessen und Einstellungen durch die Nutzer selbst, wie auch durch die Anbieter. Denn sie stellen mithilfe der entsprechenden Auswertungsmechanismen Inhalte zielgerichteter und personalisierter zur Verfügung (vgl. Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel auf der re:publica: http://re-publica.de/10/event-list/this-object-cannot-be-liked) oder zensieren gar bestimmt Inhalte (jüngst Apple mit dem iPad oder Youtube).
[ Meldung vom 10.05.2010 ]





