"Medienbildung ist unverzichtbarer Baustein"
Bundesbildungsministerin Schavan betont im Interview mit Schulen ans Netz e. V. die Bedeutung von Medienbildung für Persönlichkeitsentwicklung, individuelle gesellschaftliche Teilhabe und die Beschäftigungsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt.

Bundesbildungs-ministerin Annette Schavan
Frau Ministerin Schavan, die größte Bildungsmesse Europas, die didacta, findet vom 16. bis 20. März wieder in Köln statt. Welche sind Ihre persönlichen Erwartungen, welche Impulse erhoffen Sie sich für die Bildungslandschaft?
Wie in jedem Jahr ist die didacta eine Leistungsschau im Bereich Bildung. Dort werden neue kreative Konzepte und Produkte für eine zukunftsweisende Lehr- und Lernkultur präsentiert und auch diskutiert. Die Entwicklung Deutschlands hin zu einer "Bildungsrepublik" gehört gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu den wichtigsten gesellschaftspolitischen Aufgaben, die wir anpacken müssen. So muss das deutsche Bildungssystem noch durchlässiger werden und noch mehr Chancengerechtigkeit fördern. Ich erhoffe mir, dass von der didacta 2010 eine Aufbruchsstimmung ausgeht, die dazu beiträgt, viele neue kreative Ideen in die Breite zu tragen.
Auf der diesjährigen Bildungsmesse wird in zahlreichen Veranstaltungen und Workshops auch der Einsatz der digitalen Medien für Bildungsprozesse diskutiert. Welche Bedeutung haben Ihrer Meinung nach Computer und Internet für den Bildungsbereich?
Die Bedeutung digitaler Medien für unsere Lebens- und Arbeitswelt ist immens. Sie sind als Informationsquellen und Kommunikationshilfen integraler Bestandteil der heutigen Lebenswirklichkeit. Der von meinem Haus in Auftrag gegebene Bericht "Kompetenzen in einer digital geprägten Kultur" zeigt auf beeindruckende Weise: Medienbildung ist ein unverzichtbarer Baustein – sowohl für die Persönlichkeitsentwicklung und individuelle gesellschaftliche Teilhabe als auch für die Beschäftigungsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt.
Die vielen neuen faszinierenden Angebote im Rahmen von Web 2.0 stoßen auf große Begeisterung, die wir für den Lernprozess nutzen sollten. Die neuen Möglichkeiten werfen aber auch eine Fülle von Fragen auf. Dazu gehören beispielsweise Fragen zum Urheberrecht, Jugendmedienschutz oder Suchtverhalten. Auch Pädagoginnen und Pädagogen müssen für solche Themen sensibilisiert werden. Sie dürfen hierbei nicht allein gelassen werden, sondern sollten durch eine medienpädagogische Begleitung dabei unterstützt werden, jungen Menschen Wege zu einer sinnvollen Mediennutzung aufzuzeigen.
[ Meldung vom 05.03.2010 ]





