Zukunftsthema Energie mit Schulen ans Netz e. V.
Schulen ans Netz e.V. ist mit dem Projekt "Naturwissenschaften entdecken!" Partner des Wissenschaftsjahres Energie. Im Interview spricht Maria Brosch, Geschäftsführender Vorstand des Vereins, über die Zusammenhänge zwischen naturwissenschaftlichem Unterricht, Forschung und Mediennutzung.
Virtuelle und reale Experimente wecken das Interesse an Energie und Klimawandel.
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Wie können Schülerinnen und Schüler für die drängenden Energiefragen einer globalen Wissens- und Technikgesellschaft fit gemacht werden?
Die allgegenwärtige Vernetzung und die intensive Nutzung digitaler Medien sind zu Lebensadern von Wirtschaft und Gesellschaft geworden. Gleichzeitig stellt sich die Frage nach sicherer und umweltverträglicher Energieversorgung. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind von dieser komplexen Situation in besonderer Weise betroffen und müssen als zukünftige Fachleute Lösungen entwickeln können. Deshalb müssen wir sie – aber auch ihre Lehrkräfte und das pädagogische Fachpersonal - schon heute für die Anforderungen und Chancen einer medial geprägten Welt fit machen. Dies kann nur mit zeitgemäßen Technologien und jugendgerechten Medien wirksam erreicht werden. Die von Schulen ans Netz speziell für das Wissenschaftsjahr Energie entwickelten Lernangebote, Online-Spiele und interaktiven Experimente bieten Lehrkärften genau dafür die notwendigen praxisnahen Umsetzungshilfen. So können beispielsweise mit dem Internet-Spiel "Keep Cool Online", das übrigens auch als UN-Weltdekadeprojekt ausgezeichnet wurde, Ursachen simuliert und Lösungswege aus dem Klimawandel erarbeitet werden.
Im Mittelpunkt des Wissenschaftsjahres Energie stehen vor allem Forschungsthemen. Wo ergeben sich in diesem Zusammenhang eigentlich Schnittstellen zu Schule und Unterricht?
Bereits im täglichen naturwissenschaftlichen Unterricht machen Lehrkräfte die Erfahrung, dass Physik, Biologie, Mathematik und Co für Kinder und Jugendliche nicht eben zu den beliebtesten Fächern gehören. Vielfach liegt das aber nicht an den Themen, sondern an einer wenig kindgerechten methodisch-didaktischen Aufbereitung der Inhalte. Wir vermitteln deshalb auch die komplexen Forschungsthemen besonders verständlich, spannend und unterhaltsam. So erreichen wir Kinder und Jugendliche einerseits über die Medien, die sie besonders gern nutzen, und andererseits auch in einer Sprache, die sie wirklich verstehen und damit in ihrer spezifischen Lebenswirklichkeit. Dazu entwickelt Schulen ans Netz nicht nur eigene Lernangebote, sondern bereitet auch die Angebote der weiteren Partner des Wissenschaftsjahres Energie verständlich auf, so dass sie für den Unterricht nutzbar sind und ist damit eine der zentralen Schnittstellen zwischen Schulunterricht und Energieforschung. Und Interessierte können uns bei zahlreichen vor-Ort-Veranstaltungen übrigens auch live erleben, die Spiele ausprobieren und mit uns diskutieren. So beispielsweisel am 19. Juni beim Bonner Energietag.
Im Themenkomplex erneuerbare Energien hat sich bereits eine Vielzahl neuer Berufsbilder entwickelt – und der Trend hält weiter an. Inwieweit bieten die Unterrichtsmaterialien hier bereits passende Inhalte?
Das notwendige Rüstzeug, um als junger Mensch die Gesellschaft von morgen mitgestalten zu können, geht weit über bloßes Technikwissen hinaus. Ein entscheidender Aspekt des didaktischen Konzeptes unserer Lernangebote ist deshalb die Vermittlung überfachlicher Fähigkeiten. Hierbei steht vor allem das Fördern von Selbstlernkompetenzen im Vordergrund. Beispielsweise beim experimentell-entdeckenden Lernen am Computer: Hier erarbeiten Schülerinnen und Schüler die Lerninhalte weitestgehend selbständig, bestimmen die Anordnung des Experiments und probieren aus. Das regt unmittelbar zum Nachforschen an. Aber auch weitere, in einer Wissensgesellschaft unerlässliche Fähigkeiten werden gefördert, wie etwa Teamgeist, Verhandlungsgeschick und strategisches Denken. Und darüber hinaus fördern wir übrigens auch eine der wichtigsten Fähigkeiten überhaupt: die Neugier von Kindern und Jugendlichen.
[ Meldung vom 18.06.2010 ]






