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Falschangaben bei Daten im Netz

Laut Forsa macht ein Viertel der Deutschen falsche Angaben im Netz. Uwe Rotter von Schulen ans Netz e. V. sieht Verbindungen zur verstärkten Nutzung sozialer Plattformen.

Datenfiguren aus 0 und 1
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Benjamin Haas / fotolia.com

Eine repräsentative und anonyme Umfrage des Forsa Forschungsinstituts belegt: Jeder vierte Internet-Nutzer ab 14 Jahren hat im Internet schon einmal Falschangaben gemacht. Das entspricht umgerechnet 12 Millionen Deutschen. Die Umfrage ist im Auftrag der BITKOM durchgeführt worden. "Mit der Wahrheit nehmen es manche nicht allzu genau", erklärt der Präsident des Branchenverbandes der Informationswirtschaft Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. Uwe Rotter, Community-Experte von Schulen ans Netz e. V., sieht hier eine Verbindung zum Erfolg der sozialen Plattformen.

Zu den häufigsten Falschangaben im Netz zählen laut der aktuellen Studie Name und Alter. So hat jeder zweite Internetnutzer diese Daten schon einmal manipuliert. Eine falsche Telefonnummer hat jeder Dritte bereits im Internet verwendet. Auch falsche Angaben zur E-Mail-Adresse, dem Einkommen und körperlichen Eigenschaften erfreuen sich großer Beliebtheit. So gibt jeder vierte der Befragten Personen an, diese Daten schon mal gefälscht zu haben. Immerhin 14 Prozent der Schwindler geben sogar ein falsches Geschlecht im Internet an.

Persönliche Daten im Medientrend

Auch bei Schulen ans Netz e. V. ist der Umgang mit persönlichen Daten im Internet ein wichtiges Thema. Uwe Rotter von "Naturwissenschaften entdecken!", einem Projekt von Schulen ans Netz, befasst sich schon lange mit Internet-Communitys. Er merkt an: "Der Umgang mit den eigenen Daten wird wesentlich durch die Angebote im Internet beeinflusst. Denn Communitys wie StudiVZ, Facebook und Twitter haben ja gerade den Austausch von persönlichen Informationen zum Ziel." Datenabfrage liegt also im Trend, denn wer Seiten wie Facebook nutzt, ist häufig bereit, mehr Daten anzugeben. "Die Hemmschwelle, persönliche Daten im Internet preiszugeben, sinkt", erklärt Rotter. Dies treffe besonders auf die jüngeren Generationen zu. Ältere Menschen seien im Umgang mit ihren Daten vorsichtiger.

Begründet liegen Falschangaben vor allem darin, dass die Nutzer unerwünschte Werbung vermeiden wollen. Hinzu kommt die Angst vor Datenmissbrauch und "Datenklau". In der Studie des Forsa Forschungsinstituts wird zudem deutlich, dass viele Internet-Nutzer die Angebote nicht richtig nutzen. So ist es in Communities oft möglich, seine Daten selbst zu verwalten und zu entscheiden, welche Daten sichtbar sind.

"Das Internet vergisst nichts"

Um die eigenen Daten medienkompetent zu verwalten, sollte nach Uwe Rotter Folgendes beachtet werden: "Man muss sich schon überlegen, welche Informationen man über sich preisgeben möchte. Das Internet vergisst nichts!" Einmal gespeicherte Daten können auch später immer wieder in neuen Kontexten im Internet auftauchen. So sollten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen vor der Nutzung des Angebotes studiert werden. Diese können auch zeigen, ob ein Portal seriös arbeitet. Informiert der Anbieter in angemessener Weise darüber, wie er mit den Daten seiner Nutzer umgeht? Inwieweit kann man selbst steuern, wer welche Daten sehen kann? Häufig gibt es diese Einstellmöglichkeiten, und die sollten auch genutzt werden.

[ Meldung vom 22.01.2010 ]

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