Naturwissenschaftliche Bildung in der Kritik
Internationale Vergleichsstudien wie PISA und TIMSS haben die Bildungspolitiker alarmiert: Die Kompetenzen Heranwachsender in mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächern lassen zu wünschen übrig.

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Leben und Lebensqualität werden zunehmend von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und den daraus resultierenden Technologien beeinflusst. Daher wird eine Aufklärung über die moderne Wissenschaft und Technik sowie die Anregung zur eigenständigen Auseinandersetzung damit immer wichtiger. Junge Menschen müssen in Zukunft Medienberichte zum angeblichem "Fluch" oder "Segen" von Gentechnologie oder Nanotechnologie kritisch bewerten können. Als Voraussetzungen dafür müssen sie populistisch-naturwissenschaftliches Halbwissen erkennen und Diagramme oder Statistiken kritisch "lesen" und hinterfragen können.
"Public Understanding of Science"
Dass für die mathematisch-naturwissenschaftliche Grundbildung in Deutschlands mehr getan werden muss, wurde bereits im Jahr 2000 durch die internationalen Studien TIMSS und PISA deutlich. Bund und Länder, aber auch die Europäische Union haben reagiert und diverse Programme ins Leben gerufen, in denen Lehrerinnen und Lehrer engagiert an der Weiterentwicklung und Innovation des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts arbeiten.
Wissenschaftlicher Nachwuchs
Chemie und Physik landen mit solidem Vorsprung auf den vorderen Rängen – bei der Wahl des unbeliebtesten Schulfaches. Naturwissenschaften, insbesondere die genannten, gelten als schwierig und langweilig. Als Folge verebbt der Nachwuchs in den naturwissenschaftlich-technischen Studiengängen und Ausbildungen. Eine Entwicklung, die für den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Deutschland nicht gerade gut ist.
Deutschland holt in den Naturwissenschaften auf
Im Dezember 2007 veröffentlichte die OECD ihre nächste PISA-Studie. Im Bereich Naturwissenschaften konnte sich Deutschland signifikant verbessern, in den Bereichen Lesekompetenz und Mathematik dagegen bleiben die deutschen 15-Jährigen im Mittelfeld der OECD-Staaten. "Kein Grund, euphorisch zu werden. Aber man darf zuversichtlich sein", kommentierte Prof. Dr. Jürgen Zöllner, Berliner Bildungssenator und KMK-Präsident 2007, das deutsche Abschneiden. Bei PISA 2000 hatten die deutschen Schüler im Bereich Naturwissenschaften noch einen enttäuschenden 20. Platz erzielt – nach Rang 15 bei PISA 2003 steigerte man sich nun auf Rang 8.
Computer zu wenig genutzt
PISA 2006 zeigte auch, dass neue Medien in der Schule vergleichsweise wenig genutzt werden. Auch im Freizeitbereich beschränkt sich bei überdurchschnittlich vielen 15-Jährigen die Nutzung des Computers und Internets auf E-Mails, Spiele und Musikkonsum. Diese Nutzergruppe hat nur wenig Bezug zu jenen programmbezogenen Anwendungen, die gerade auch für das Ausbildungs- und Berufsleben wichtig sind.
Es besteht also weiterhin bildungspolitischer Handlungsbedarf. Inzwischen startete eine Reihe von Förderprogrammen, die nun ihre Wirkung beweisen müssen.
[ Meldung vom 21.10.2008 ]





