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Teil 2: Bildungssysteme auf dem Prüfstand

Regina Eichen und Ellen Kammertöns

Regina Eichen (l.), Ellen Kammertöns

Qualität im Bildungssystem sichern

In vielen OECD-Ländern ist die Nutzung moderner IT-Technologien im Bildungssystem schon weit vorangeschritten. Dänemark gilt in dieser Hinsicht als einer der Spitzenreiter. "Aber das ist kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen", unterstrich Lilla Voss vom dänischen Bildungsministerium. In den Bildungssystemen moderner Staaten habe man es mit sehr hohen und zudem auch steigenden Personalkosten zu tun. Vor diesem Hintergrund sei es schwierig, die Qualität der Lehre und der Abschlüsse zu erhalten. Während die zu Verfügung stehenden Technologien sich in den letzten drei Jahrzehnten radikal verändert hätten, wären die gängigen Lernsituationen nahezu gleich geblieben, so Lilla Voss.

Auch in Dänemark bemühe man sich, die Integration der neuen Medien weiter voranzutreiben, so zum Beispiel im Hinblick auf die Nutzungshäufigkeit von Computer und Internet. "Die Lehrkräfte nutzen die Potenziale des mediengestützten Unterrichts noch zu selten." Die Auszeichnung einer "e-Readiness" könnte eine Schule erst dann erwerben, wenn wirklich das gesamte Kollegium die digitalen Medien sowohl für pädagogische als auch für organisatorische Aufgaben nutzten.

Lehrende benötigen praktische Erfahrungen mit digitalen Medien
Tenor der Veranstaltung war, dass vor allem im Bereich der Lehreraus- und fortbildung Anstrengungen unternommen werden müssten, damit der Einsatz digitaler Medien zu einer Selbstverständlichkeit wird. In vielen Ländern sei immer noch ein großer Teil der Lehrenden zu wenig vertraut mit dem pädagogischen Mehrwert von Computer und Internet. Hanne Wacher Kjaergard vom University College Aarhus (Dänemark) arbeitet in der universitären Lehrerausbildung; sie unterstrich in ihrem Vortrag, dass die medienpädagogischen Kompetenzen von Lehrkräften, Lehramtsstudenten und Lehrerausbildern im Zusammenhang gesehen werden müssten. Damit Kinder und Jugendliche auf die Anforderungen der modernen Wirklichkeit vorbereitet werden könnten, müsste bereits in der universitären Ausbildung die Bedeutung von Zusammenarbeit im Kollegium vermittelt werden.

Lehrkräfte benötigen sinnvolle pädagogische Angebote, um in ihrer beruflichen Praxis die Medien einzusetzen. Ellen Kammertöns von Schulen ans Netz stellte in diesem Zusammenhang das Projekt eTwinning vor. Die Aktion der Europäischen Kommission, die in Deutschland von Schulen ans Netz koordiniert wird, fördert europäische Schulpartnerschaften, die über das Internet geknüpft werden. Mittels einer einfach zu bedienenden Internetplattform tauschen sich zwei oder mehrere Partnerklassen über ein gemeinsames Unterrichtsthema aus. eTwinning eröffne einen aktiven, d.h. motivierenden und ermutigenden Zugang zum Fremdsprachenlernen, erörterte Kammertöns; zudem werde nachhaltig die Medienkompetenz der Schüler gestärkt. Die Lehrkräfte lernten einen neuen Weg des Lehrens mittels einer internetgestützten Lernumgebung kennen. "Ausschließlich Kreide und Tafel im Unterricht einzusetzen erscheint heute nicht mehr zeitgemäß", unterstrich Ellen Kammertöns in ihrem Vortrag.

[ Meldung vom 05.03.2008 ]

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