Bildungssysteme auf dem Prüfstand
Auf dem "Global Education Technology Summit (GETS) 2008" in Frankfurt diskutierten Fachleute aus ganz Europa den Einsatz von IT in Bildungsprozessen. Eingeladen hatte SMART Technologies in Kooperation mit Schulen ans Netz e. V.

Europäische Bildungsverantwortliche aus Ministerien, Universitäten und Initiativen trafen sich im Rahmen von GETS 2008 in Frankfurt, um sich über nationale und regionale Bildungspläne bezüglich IT auszutauschen. Referentinnen und Referenten aus Finnland, Mazedonien, Spanien, der Tschechischen Republik und von den Azoren präsentierten jeweils ihre Richtlinien und Maßnahmen, um Computer und Internet in Bildungsprozesse zu integrieren. Regina Eichen vom Verein Schulen ans Netz, der in Kooperation mit
eingeladen hatte, stellte den Teilnehmenden in ihrem Einführungsvortrag Ziele und Projekte der Initiative vor und skizzierte die Spezifik des Lehrens und Lernens mit digitalen Medien im Bildungsbereich.
Ländervergleiche
Die Herausforderungen der Wissens- und Informationsgesellschaft, so der Eindruck auf der Veranstaltung, sind in allen europäischen Ländern erkannt worden. Auch wenn die Voraussetzungen, aber auch die bisher geleistete Integration von IT ins Bildungssystem, von Land zu Land unterschiedlich sein mögen, so zeigt sich doch, dass die europäischen Länder sich auf dem Weg hin zu einem selbstverständlichen und effizienten Einsatz von Computer und Internet in Schule, Ausbildung und Beruf befinden und dabei vor ähnlichen Aufgaben stehen.
"Viele denken, es reiche aus, die PCs einfach in die Klassenzimmer zu stellen": Was Dejan Zlatkovski vom mazedonischen Bildungsministerium in seinem Vortrag als Dilemma benannte, konnten auch Diskussionsteilnehmer aus anderen Ländern bestätigen. Medienbildung müsse ganzheitlich gedacht werden; neben der technischen Infrastruktur gehörten geeignete Inhalte, regelmäßige Fortbildungen sowie erprobte eLearning-Angebote dazu. "In Mazedonien greifen wir auch auf die Erfahrungen anderer Länder zurück; beispielsweise in Estland und der Slowakei hat man bezüglich der Integration der neuen Medien gute Ideen entwickelt", betonte Dejan Zlatkovski.
Antonio Sarava, Direktor der Einrichtung Red.es des spanischen Wirtschaftsministeriums, machte in seinem Vortrag deutlich, dass die Dezentralität des Bildungssystems in Spanien die landesweite Einführung moderner IT-Technologien vor besondere Herausforderungen stelle. Auf virtuellen Konferenzen, die in diesem Jahr erstmalig durchgeführt werden, versucht man in Spanien, die regionalen Ministerien, Bundesbehörden und Lehrkräfte zusammenzubringen.
Die Spezifik eines dezentralen Bildungssystem konnte besonders João Luis Sanchez dos Santos von den Azoren anschaulich machen: Die Bevölkerung der autonomen Region, die bei einer Einwohnerzahl von 243.00 gerade einmal 50.000 Schüler hat, verteilt sich auf viele Inseln. "Wichtig ist für uns, einheitliche Bedingungen in den Schulen zu schaffen", so Sanchez dos Santos. Oberstes Ziel sei es, eine digitale Spaltung zu verhindern.
[ Meldung vom 05.03.2008 ]





