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didacta 2008: Vierter Tag

Was wünschen sich Kinder, wie ist ihre soziale Situation, was sagen die aktuellen Studien dazu? Das war ein großes Thema am vierten Tag der Bildungsmesse. Auch der neue „Handyführerschein“ stieß auf großes Interesse.

Messestand von Schulen ans Netz e. V. auf der didacta

Kinder wollen gefragt werden

"Was Kinder in Deutschland fühlen, meinen, wünschen": Welche Schlüsse für die Bildungspolitik Diskussionaus aktuellen Studien zu ziehen sind, war heute Thema einer Diskussion beim Forum didacta aktuell. "World Vision 2007", das "LBS Kinderbarometer", das "Kinder Panel" oder die Gesundheitsstudie des Robert-Koch-Instituts liefern wichtige Daten und Fakten. Prof. Dr. Wassilios Fthenakis erörterte mit den Machern der Untersuchungen, wie Kinder ihre familiäre Situation empfinden, wie sie sich in der Schule fühlen, aber auch, wie sie ihre Lebenswelt gestalten wollen. "Wir müssen lernen, Kinder als Subjekte zu betrachten. Sie haben etwas zu sagen", betonte Prof. Dr. Sabine Andresen von der Uni Bielefeld. "Früher dachte man, auf die Auskünfte der Kinder verzichten zu können", ergänzte Prof. Dr. Hans Bertram von der Humboldt Uni. "Wir sollten nicht immer nur auf PISA und auf die Logik der Ökonomie schielen. Emotionale Aspekte sind mindestens genauso wichtig", hob Bertram hervor. Ab dem achten Lebensjahr werden für Kinder ihre Peers, die Gleichaltrigen, immer wichtiger. Im Freundeskreis können sie jenseits familiärer Hierarchien ihren Platz in der Welt finden. Aber die Zuwendung, die sie in ihrer Familie erfahren, wird in ihrem schulischen und sozialen Verhalten reflektiert: "Je mehr Fürsorge und Unterstützung Kinder erfahren, desto geringer sind ihre Versagensängste", erläuterte Dr. Christian Klöckner, der das LBS-Kinderbarometer wissenschaftlich betreut. Ein Viertel der Kinder gehört zu der Gruppe, die bedingt durch ein problematisches Erziehungsumfeld Täter- und Opfererfahrungen machen. Familien sind oftmals in Beziehungsfragen überfordert. "In Afrika gibt es das Sprichwort, dass es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind stark zu machen. Das sollte man bei der Erziehungs- und Bildungsdebatte mitbedenken", betonte Sabine Andresen.

[ Meldung vom 22.02.2008 ]

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