Netbooks im Unterricht hilfreich?
Marienschule in Leverkusen-Opladen erprobt Netbooks im Unterricht. "Naturwissenschaften entdecken!", ein Projekt von Schulen ans Netz, gibt Lehrenden und Lernenden die Möglichkeit, Erfahrungen mit Kleinst-Notebooks zu sammeln.

Markus Hein / pixelio.de
Netbooks sind der Trend 2008 auf dem Computermarkt. Doch was taugen die Kleinst-Notebooks im Unterricht? Schülerinnen und Schüler der Marienschule in Leverkusen-Opladen entschlüsseln den Code der DNA, arbeiten mit einem Elektronenmikroskop und führen Tierversuche durch. Dafür benötigen sie aber weder aufwändige Labore oder teure Technik noch lebende Tiere, denn alles kann am Computer simuliert werden. Und damit jeder individuell und in seinem persönlichen Tempo arbeiten kann, stehen den Lernenden seit der letzten Woche Netbooks zur Verfügung. "Naturwissenschaften entdecken!" erprobt mit Unterstützung von Intel die Möglichkeiten der kleinen Geräte im Unterricht.
Kostengünstig und mit didaktischem Konzept
Um zu testen, wie Lernende und Lehrkräfte auf die neuen Geräte reagieren, setzt das Projekt "Naturwissenschaften entdecken!" auf die fachliche Beratung und Zusammenarbeit mit Lehrerinnen und Lehrern. So konnte Dr. Matthias Nolte für den Test gewonnen werden, der nicht nur die Netbooks 14 Tage mit seinen Schülern ausprobiert, sondern auch gleichzeitig die Vorteile digitaler Lernumgebungen und Online-Versuche für seinen naturwissenschaftlichen Unterricht nutzt. Kollegial unterstützt probieren mehrere Lehrkräfte der Marienschule die Netbooks jetzt in den Jahrgangsstufen 9 bis 13 aus.
Interaktive Lernumgebungen, virtuelle Labore, dynamische Arbeitsblätter
Dr. Matthias Nolte unterrichtet Biologie, Chemie und Physik an der Erzbischöflichen Marienschule in Leverkusen-Opladen und testet die Netbooks unter anderem mit seinem Biologie-Leistungskurs "auf Herz und Nieren". "Der Nutzen des Computers im Biologieunterricht geht über die reine Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation und Internetrecherche weit hinaus. Interaktive Lernumgebungen, virtuelle Labore, in denen in der Schule nicht durchführbare Experimente virtuell ausgeführt werden können und dynamische Arbeitsblätter bieten eine optimale Ergänzung zu den klassischen Medien Schulbuch, Folie, Tafel und Film."
Förderung eines methodenreichen Unterrichts
Der Lehrer erhofft sich von den Netbooks unter anderem eine Steigerung der Methodenvielfalt im Klassenzimmer: "Ist es bisher so, dass die Arbeit mit dem Laptop oder die Arbeit im Computerraum im Zentrum der Stunde steht, so können Netbooks auch einfach mal für kurze Sequenzen genutzt werden, ohne wieder weggebracht werden zu müssen. Sie finden neben Heft und Buch immer gut Platz auf den Schülertischen. So unterstützen die Netbooks einen methodenreichen, anregenden Unterricht."
Bewährungsprobe für Netbooks im Klassenzimmer
Der Pädagoge will prüfen, ob die 'Kleinen' für die volle Bandbreite der Einsatzgebiete im Biologieunterricht brauchbar sind. "Interessant ist auch, wie gut die Schülerinnen und Schüler mit dem kleinen Bildschirm und der kleinen Tastatur zurecht kommen werden." Noch bis zu den Weihnachtsferien wird in Leverkusen mit der neuen Technik experimentiert. Danach wird eine Zwischenbilanz gezogen. Tests mit weiteren Schulen sind geplant.
[ Meldung vom 13.12.2008 ]





